Artikel mit den Tags: La Réunion

Projektstart

Written by Guilhem Barruol, Karin Sigloch on Samstag, 15 September 2012. Posted in Cruise 2012

15. September 2012

Blick auf den Indischen Ozean von Le Port de la Réunion.

Von September bis November 2012 werden wir die meisten unserer seismischen Landstationen in La Réunion, Mauritius, Madagaskar und den Seychellen installieren. Außerdem werden auf einer vier Wochen dauernden Messfahrt mit dem Forschungsschiff "Marion Dufresne" 57 Ozeanbodenseismometer ausgelegt. Sie werden ein Jahr lang nahe und ferne Erdbeben aufzeichnen, sowie das Rauschen, das Ozeanwellen in der festen Erde verursachen. Von der "Marion Dufresne" aus werden wir regelmäßig bloggen. (Die primäre Sprache des Blogs wird Englisch sein, zu finden auf den englischen Seiten dieses Websites.)

Bereit zum Aufbruch

Written by Chris Scheingraber, Maria Tsekhmistrenko on Montag, 24 September 2012. Posted in Cruise 2012

22. September 2012

Auf der Suche nach unseren Containern.

Die wissenschaftlichen Gruppen sind wohlbehaltend auf La Réunion angekommen. Leider wird unsere Abfahrt von einem unvorhersehbaren Streik des von uns beauftragten Verladeunternehmens überschattet. Da es uns ohne die Hilfe der Hafenarbeiter nicht möglich ist, unsere Ausrüstung auf das Schiff zu verladen, bleibt die Marion Dufresne vorerst mitsamt der Besatzung im Hafen von Le Port de la Réunion. Wir hoffen auf ein schnelles Ende des Streiks und ein baldiges Aufbrechen gen Norden.

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30 Wissenschaftler im Goldenen Käfig

Written by Heiner Igel on Montag, 24 September 2012. Posted in Cruise 2012

24. September 2012

Blogger im goldenen Käfig.

Hier sind wir nun, bereit uns der hohen See zu stellen und ein paar Dutzend Seismometer in die Tiefen des Indischen Ozeans zu versenken... aber... die Hafenarbeiter haben entschieden (das erste Mal seit vielen Jahren) zu streiken, just am Tag, an dem wir mit dem Laden beginnen wollten. Und der Streik scheint weiterzugehen. Kein Ende in Sicht.
Ja. Wir haben "unsere" Container irgendwo im Hafen gefunden aber leider – trotz steigender Nutzung des Fitnessraums (zwei Räder, Rudermaschine, Laufmaschine, Gewichte) – fühlen wir uns nicht in der Lage, sie ohne maschinelle Hilfe bis an unser Schiff zu tragen.
Tag 4 auf dem Schiff. Ohne wirkliche Aufgabe. Nur Warten. Einige sitzen auf den zwei Stühlen auf dem Deck vor dem Arbeitsraum der Wissenschaftler mit Blick auf die leicht ansteigenden Hänge der Vulkaninsel La Réunion und warten auf den nächsten Ausbruch (Jason). Man könnte ihn hier aus komfortabler Entfernung beobachten. Andere verbringen die Zeit mit Jogging an der schönen Hafenpromenade (nachdem man die 2 km bis zum Hafentor überwunden hat), kehren zurück mit Ideen für einen neuen seismologischen Rocksong (Jean-Paul). Erstaunlich, was so eine plötzliche, unerwartete Verfügbarkeit von Zeit mit einem anstellt! Wunderbar! Aufregend!
Was uns davon abhält, einfach über Bord zu springen sind die Mahlzeiten. 12:15 und 19:15. Vier Gänge. Vorspeise, Hauptgericht, Käse, Dessert. Exzellente französische Küche (noch ein Grund für die steigende Nutzung des Fitnessraums). Danach folgt Kaffee und Diskussionen über Wissenschaft, die Welt, unsere Situation, die Region. Was für eine Gelegenheit hier mit Kollegen von La Réunion, Rodrigues, Mauritius, Madagaskar zu arbeiten und mehr über diese entlegenen Inseln zu erfahren!
Diese Situation ist gefährlich! 30 Wissenschaftler mit viel Zeit, gutem Essen, kein Internetzugang? Ich glaube da sind ein paar explosive neue Ideen zu erwarten!

Le Volcan

Written by Chris Scheingraber on Donnerstag, 27 September 2012. Posted in La Réunion

26. September 2012

Viele Wissenschaftler flogen ein paar Tage früher von Europa nach La Réunion, um die Chance zu nutzen und sich diese traumhafte tropische Insel anzusehen, bevor sie auf die Marion Dufresne gingen. Der Grund für den aktive Vulkanismus von La Reunion ist der Mantelplume, den unser Experiment mittels seismischer Tomographie abbilden will.

Piton de la Fournaise, der aktive Vulkan im Südosten der Insel, ist in jüngerer Vergangenheit häufig ausgebrochen, wie etwa ein Ausbruch von August 2006 bis January 2007.

Eine weiterer großer Ausbruch vergrößerte die Insel im Jahr 1986 um 25 Hektar. Die neu hinzugekommene Fläche - "Pointe de la table" genannt - liegt an der Ostküste etwa 5 km nordöstlich von Saint Philippe.

Jardin volcanique - coastal shore line close to the famous 'Pointe de la table'

Freiheit für die Marion Dufresne!

Written by Karin Sigloch on Freitag, 28 September 2012. Posted in Cruise 2012

27. September 2012

Politisch aktiv. (Photo: Kasra Hosseini)

Wir sitzen immer noch im Hafen fest, denn die Hafenarbeiter streiken weiter. Das Arrangement: wir sind inzwischen das einzige Schiff im Hafen, während die Streikenden vor dem Haupttor aufpassen, dass niemand unsere Ruhe stört.

Wissenschaftlich gab es bis dato viele Worte, wenig Taten (d.h. tägliche Seminare, abendliche Diskussionen, ansonsten Träume). Aber bei so viel politischer Aktion um uns herum mussten wir auch einsteigen. Unsere Kollegen aus La Réunion haben viele Stunden am Hafentor verbracht, um die Interessen der Hafenarbeiter zu verstehen und zu sondieren, ob für die Herausgabe unserer vier Container eine pragmatische Lösung möglich ware. Wir haben uns auch an den Präfekten der Insel gewandt, da in unserem Experiment erhebliche Steuergelder stecken, und die Ergebnisse relevant sein werden für die Gefahrenabschätzung am Vulkan.

Das Photo zeigt einen früheren Versuch aus unserer Reihe: "Freiheit für die Marion Dufresne": wir winken dem Präfekten "Guten Morgen und SOS". Wir hatten erfahren, dass sein Hubschrauber frühmorgens den bestreikten Hafen überkreisen sollte, da wollten auch wir gesehen worden, denn die direkte Kontaktaufnahme mit der Präfektur hatte sich als nicht-trivial erwiesen. Der Parkplatz vor dem Schiff schien geeignet, und jeder brachte sein eines weißes Handtuch für guten Farbkontrast. Leider kam der Hubschrauber nicht.

Wir konnten dem Präfekten unser Anliegen gestern doch noch persönlich vortragen, bekamen eine hilfreiche Reaktion, und meinten unser Problem endlich gelöst – bis sich die Hoffnung am Hafentor kurze Zeit später wieder in Luft auflöste. Fünf Tage nach unserer geplanten Abfahrt kann unser Fahrtleiter von wissenschaftlicher Aktion auf dem Meeresgrund weiterhin nur träumen...

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„It’s déjà vu all over again”

Written by Karin Sigloch on Samstag, 06 Oktober 2012. Posted in Cruise 2012

6. Oktober 2012

“It’s KUMing home” – Hatten sie etwa den Dockern die Rückkehr der Marion Dufresne verraten?

"It's KUMing home" -- Haben sie etwa die Rückkehr der Marion Dufresne verraten?


Zur Halbzeit unserer Messfahrt war für den 9. Oktober ein kurzer Zwischenstopp im Hafen von La Réunion geplant, um weitere Kollegen und Instrumente aufzunehmen. Und siehe da, just für den 9. Oktober wurde gestern ein Hafenstreik angekündigt. Wirklich. Diesmal ein landesweiter Streik von Hafen- und anderen Arbeitern.

Der Mensch versucht, sich die Welt zu erklären. Die ersten Hafenstreiks seit zehn Jahren, und gerade nur an den beiden Tagen, wo wir die Dienste der Hafenarbeiter brauchen? Ach was, sie müssen uns vermisst haben, unsere Freunde vom Dock. Haben sie wohl niemand zum Reden gehabt, seit wir weggefahren sind. Aber wer hat ihnen verraten, wann wir wiederkommen wollten? Und vor allem, wie stopfen wir dieses Informationsleck, da wir ja noch ein drittes Mal in den Hafen kommen müssen, am Ende der Fahrt?

Aber diesmal haben sie einen Fehler gemacht, sie haben Ihre Pläne mehr als 24 Stunden im Voraus verraten. Der gestrige Tag war eine wilde Telefoniererei, Beratungen, dann Aktion, um unseren Stopp im Hafen um einen Tag vorzuverlegen. Für die aus Europa Ankommenden wurden Flugtickets umgebucht, für die Abreisenden Hotelzimmer, und vor allem haben wir die Fahrtroute (wieder) umdesignt, um nicht mehr Zeit und Strecke als nötig zu verlieren. Dieser taktische Gegenschlag ist voll eingeleitet: Rendezvous am 8. Oktober in Le Port – aber in voller Arbeitsmontur!

Wir sind wieder da!

Written by Maria Tsekhmistrenko on Freitag, 25 Oktober 2013. Posted in Cruise 2013

12000 km die das Schiff zurücklegen muss. 57 OBS warten auf uns in den tiefen Weiten des indischen Ozeans. 43 Tage auf hoher See.

24 Wissenschaftler versammelt auf der beeindruckenden Meteor. 10 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit. 2 Legs. 1 großes Projekt. RHUM-RUM.

Ein Jahr später, ein Jahr des Wartens, ein Jahr der unerträglichen Wissbegierde. Wir sind zurück um die OBS, welche wir ein Jahr zuvor ausgesetzt haben, wieder einzuholen. Nach dieser Zeit hatten die Ozean Boden Seismometer genug Zeit um viele Daten einzuholen.

Das Einholen der Geräte hat bereits begonnen und mit jedem OBS sammeln wir mehr Daten. Wertvolle Daten, welche dazu dienen, den Hot Spot unter La Reunion zu visualisieren. Doch stellt sich die Frage: Werden die Instrumente die erwarteten Daten liefern?

Noch 44 Tage und 54 OBS einzuholen um es heraus zu finden.

 

Zum Vulkan

Written by Karin Sigloch on Montag, 11 November 2013. Posted in Cruise 2013

9. November 2013

Gruppenbild Leg 1. Seit unserer Abfahrt von Mauritius vor 19 Tagen haben wir 28 von 28 geplanten Ozeanbodenseismometern erfolgreich wieder eingeholt. Hier und da nahmen wir uns Zeit, etwas abseits des Weges zusätzliche Teile des Meeresbodens mit dem Fächerecholot vermessen. Dabei haben wir das zentrale Objekt unserer wissenschaftlichen Neugier, den “Hotspot” von La Réunion, von allen Seiten umkreist. Jetzt, am letzten Tag des ersten Fahrtabschnitts, fahren wir endlich direkt auf ihn zu. Die Meteor sollte die spektakuläre Vulkaninsel am frühen Morgen erreichen, und dort endet die erste Hälfte unserer Messfahrt.

Leg 2

Written by Alice Gabriel, Karin Sigloch on Mittwoch, 20 November 2013. Posted in Cruise 2013

12. November 2013, Karin Sigloch / Alice Gabriel

 

Reise- und Stationskarte. Der regenbogenfarbige Hintergrund zeigt Struktur und Tiefe des Meeresbodens (in Meter). Schwarze Linien kennzeichnen die Strecke des ersten Reiseabschnittsin dem 28 deutsche Ozeanbodenseismometer (rote Kreise) aufgenommen wurden. Im zweiten Abschnitt werden französische und deutsche Instrumente geborgen (blaue und rote Symbole).

Wie dem aufmerksamen Leser nicht verborgen geblieben sein wird, befinden wir uns schon mitten im zweiten Teil unserer Reise, der uns in einem großen Bogen weit südlich von La Reunion führt.

Während eines zwei-tägigen Zwischenstopps in Le Port de La Réunion sind 9 neue Wissenschaftler, auch die französische OBS Mannschaft, an Bord gekommen während 11 Wissenschaftler des 1. Teils "ausgeschifft" haben. Im zweiten Leg nehmen wir abwechselnd französische und deutsche Ozeanbodenseismometer auf. Unsere 6000 km lange Reiseroute (rote Linie auf obiger Karte) folgt in weiten Teilen zwei großen mittelozeanischen Rücken, deren riesige unterseeischen Gebirgsketten als geringe Meerestiefen in gelblich orangen Farben auf der Karte erscheinen. Den südlichsten Punkt der Reise (Station RR36) haben wir in den letzten Tagen passiert, und folgen nun der Spreizungszone des Südwestindischen Rücken, um später entlang des Zentralindischen Rücken zu fahren.

Wir werden dabei, wie auch im ersten Abschnitt, den Meeresboden kartieren, und außerdem in einem späteren Teil der Reise 2 MERMAIDS, Prototypen in mehrerer hundert Meter Tiefe schwebender Seismometer der Universität Nizza sind, aussetzen.

 Blick zurück nach La Réunion, wenige Stunden nach Abreise. Die Insel, mit ihren 3000 m hohen Vulkanen fungiert anscheinend als Wolkenfänger, während die heiße tropische Sonne über dem Indischen Ozean, und uns, brennt.